|
Anfang der siebziger Jahre gab es in vielen kleinen Dörfern unserer heutigen Gemeinde Schulen mit einer sehr niedrigen Schülerzahl. Um diesen Schülern bessere Lernbedingungen, und um dem Lehrpersonal bessere Unterrichtsmöglichkeiten zu bieten, beschlossen die damaligen Verantwortlichen der 4 Gemeinden Asselborn, Bögen, Helzingen und Oberwampach sich in einem Syndikat zusammenzuschließen und eine interkommunale Schule mit Sporthalle und Lernschwimmbecken in Wintger zu errichten. In unmittelbarer Nähe des Schulkomplexes wurde ein Fußballfeld angelegt.
Doch zu diesem Zeitpunkt gab es in keinem der 28 Dörfer dieser 4 Gemeinden einen Fußballverein. So war es nur logisch, dass in manchen Köpfen die Gründung eines solchen Klubs konkrete Formen annahm.
DieGründungsmitglieder
Baustert Aloyse aus Asselborn, Berscheid Pol aus Oberwampach, Breyer Francis aus Bögen, Glod Raymond aus Asselborn, Habscheid Aloyse aus Wintger, Keup Henri aus Trotten, Lamborelle Henri aus Bögen, Mathay Pierre aus Hoffelt, Neser Pierre aus Heisdorf, Paler Norbert aus Clerf Theis Théo aus Trotten, Thines Fred aus Rümlingen, Schilling René aus Oberwampach Wagner André aus Derenbach
setzten sich zusammen, um die anstehenden Probleme zu diskutieren.
Einstimmig stellten sie fest, dass die Gründung eines Sportvereins unumgänglich sei. Dabei beriefen sie sich auf die auf die relativ hohe Einwohnerzahl, die es doch wohl erlauben müsste, genügend Spieler zu finden, um über Jahre hinaus eine schlagkräftige Mannschaft zu bilden. Zukunftssorgen seien nicht angebracht, da dank der Regionalschule stets für den notwendigen Nachwuchs gesorgt sei. Selbstverständlich wurden weitere positive Aspekte dieser Sportart hervorgehoben:
Fußball ist ein attraktives Spiel, das über Jahrtausende hinaus die Menschen (Spieler und Zuschauer) in seinen Bann gezogen hat. Fußball befriedigt das natürliche Bewegungsbedürfnis des Menschen. Wer Fußball spielt, vergisst die Probleme des Alltags und kann sich abreagieren. Die Spieler lernen eine gewisse Disziplin: die Mannschaft ist eine soziale Kleingruppe, in der sich jeder Aktive eingliedern muss. Fußball ist eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, welche Menschen zusammenführt.
Dies war auch eine der Hauptursachen für die Gründung der Association Sportive Wincrange am 3. Dezember 1975. An diesem Tag wurden auch die Statuten des neuen Vereins in der Schule von Bögen, welche nun auch als offizieller Sitz der ASW eingetragen war, genehmigt und unterschrieben.
Die Menschen aus den verschiedensten Ecken unserer vier Gemeinden sollten sich besser kennen lernen und nach und nach zusammenwachsen. Der Verein sollte helfen das Zusammengehörigkeitsgefühl der aus den 4 Gemeinden kommenden Spieler zu fördern. Er sollte damit verhindern, dass die Kinder, welche in der Wintger Primärschule zusammen Sport betrieben und vielleicht sogar zu Freunden heranwuchsen, nach der Grundschule auseinandergerissen würden.
Allerdings galt es zuerst einige Probleme zu lösen. Es hieß einen Mann finden, der die schwierige Aufgabe übernehmen wollte, eine neue unerfahrene Mannschaft zu trainieren. Auf Landesebene gab es nämlich einige nicht unbedingt ermutigende “Vorgänger”, die Sonntag für Sonntag deprimierende Kanterniederlagen einstecken mussten.
Dieses Problem konnte relativ schnell gelöst werden, da sich Glod Raymond, der bereits Erfahrungen als Trainer in Wilwerwiltz und Clerf gesammelt hatte, und der als Lehrer in Wintger nahe am Geschehen war, sich bereit erklärte, sofort das Training zu übernehmen, obwohl er noch ein Jahr an den Clerfer Verein gebunden war. Der Verein aus der Abteistadt zeigte Verständnis für diese Entscheidung. Somit hatte Wintger den ersten Trainer, der allerdings selbst eine Saison lang keine Spielerlaubnis für seinen Verein hatte. Bereits ab Dezember 1975 wurde eifrig trainiert, um eine möglichst spielstarke Mannschaft bilden zu können. Alle Aktiven zeigten großen Einsatz und einen beispielhaften Willen, so dass die Voraussetzungen für einen optimalen Start gefunden waren.
Doch noch galt es ein weiteres, ja vielleicht größeres Problem zu lösen. Wie sollte die Finanzierung des neuen Vereines aussehen? Diese und weitere Fragen beschäftigten den ersten Vorstand der Association Sportive Wincrange 75, der wie folgt zusammengestellt war.
Präsident: Henri Lamborelle Vizepräsidenten: Baustert Aloyse und Berscheid Pol Sekretär. Breyer Francis Beigeordneter Sekretär: Keup Henri Kassierer: Mathay Pierre Beisitzende: Neser Pierre aus Heisdorf, Theis Théo, Thines Fred.
Der Präsident Henri Lamborelle wandte sich in einem Schreiben an die Gemeinden und bat in einem Brief, den wir hier veröffentlichen möchten, um finanzielle Hilfe:
An die Gemeinderäte der Gemeinden Asselborn, Bögen ,Helzingen, Oberwampach
Werte Herren,
Um die großartigen Sportanlagen der neuen interkommunalen Schule auch der Jugend der vier Gemeinden zugängig zu machen, wurde am dritten Dezember 1975 in Wintger eine Sportvereinigung unter dem Namen ASSOCIATION SPORTIVE WINCRANGE 1975 (ASW) gegründet.
Diese Sportvereinigung, welche ihren Sitz in Bögen hat, begreift vorläufig einen Fußballverein und einen Tischtennisverein. Mittlerweile haben sich bereits 36 aktive Fußballspieler und ungefähr 30 aktive Tischtennisspieler spontan gemeldet. Wir glauben, dass diese Zahlen für die Sportbegeisterung unserer Jugend sprechen.
Der Start eines Sportvereins stellt uns vor große finanzielle Probleme. Wäre es zuviel verlangt, wenn wir mit der Bitte an Sie heranträten, uns eine einmalige außergewöhnliche Starthilfe zu gewähren. Ohne eine gesunde finanzielle Grundlage kann kein Verein auf die Dauer bestehen. Die Höhe dieser einmaligen Starthilfe wollen wir Ihrem Wohlwollen und Ermessen überlassen.
Wir erlauben uns jedoch, Ihnen unser provisorisches Budget für das erste Vereinsjahr mitzuteilen, um Ihnen unsere finanzielle Notlage zu veranschaulichen.
- Die Sportanlagen (Spielfeld, Sporthalle, Duschräume und Ankleidekabinen) werden uns vom Schulsyndikat unentgeltlich zur Verfügung gestellt.
- Das Vereinslokal ( früherer Schulsaal im Gemeindehaus in Bögen) wird uns unentgeltlich von der Gemeinde Bögen zur Verfügung gestellt.
- Zwei Tischtennistische werden uns unentgeltlich von der Gemeinde Helzingen zur Verfügung gestellt.
- Außergewöhnliche Ausgaben:
2 Uniformen: (Hose, Trikot, Stutzen) 2.200.- Trainingsgarnitur 2.500.- 1 Paar Fußballschuhe: 1.200.- Ausgabe pro Spieler: 6.400.- Für 30 Spieler: 192.000.-
Zum Training werden benötigt:
20 Bälle à 1.100.- 22.000.- 6 Hürden à 1.000.- 6.000.- Tornetze: 10.000.-
Weitere Ausgaben:
Anmeldung bei der FLF: 3.000.- Anmeldung bei der FLTT: 3.000.- Lizenzen und sonstige Beiträge: 10.000.- Arztuntersuchungen: 10.000.- Versicherungen: 20.000.- Trainer: 25.000.- Schiedsrichter: 10.000.- Büromaterial: 10.000.- Wäscherei: 10.000.- Putzen von Duschräumen und Anlagen: 20.000.- Transport der Spieler zu den Veranstaltungen: 100.000.-
Ein Gesuch zur Errichtung einer Spielfeldbeleuchtung, sowie zur Errichtung von Fangnetzen wurde an das Schulsyndikat eingereicht.
Kostenvoranschlag total: 451.000.-
Wie Sie hieraus ersehen können, sind wir ohne Ihre finanzielle Hilfe außerstande, dem neugegründeten Verein die nötige Grundlage zu geben, um seinen Fortbestand zu gewährleisten.
In der Hoffnung auf Ihre Hilfe, dankt Ihnen im voraus der Vorstand des neugegründeten Sportvereins. Auch die Jugend der vier Gemeinden wird sich diesem Dank anschließen.
Genau wie zum heutigen Zeitpunkt, hatten die damaligen Gemeindeverantwortlichen ein offenes Ohr für die Bitten des Präsidenten, und so konnte der Start im Jahre 1976 in Angriff genommen werden.
Diese Zeilen wurden der Broschüre zum 25 jährigen Bestehen unseres Vereines entnommen.
|